Avodah Zarah 96

Kapitel 96

א <big><strong>מתני׳</strong></big> לא ישב בצילה ואם ישב טהור ולא יעבור תחתיה ואם עבר טמא היתה גוזלת את הרבים ועבר תחתיה טהור:
1 <b>M</b><small>AN DARF UNTER IHREM</small> S<small>CHATTEN NICHT SITZEN</small>; <small>HAT MAN</small> <small>GESESSEN</small>, <small>SO IST MAN REIN</small>. M<small>AN DARF UNTER DIESER NICHT VORÜBERGEHEN</small>, <small>IST MAN VORÜBERGEGANGEN</small>, <small>SO IST MAN UNREIN</small>; <small>WENN SIE DAS</small> P<small>UBLIKUM BEEINTRÄCHTIGT UND MAN VORÜBERGEGANGEN IST</small>, <small>SO IST MAN REIN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> לא ישב בצילה פשיטא אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן לא נצרכא אלא לצל צילה
2 GEMARA. M<small>AN DARF UNTER IHREM</small> S<small>CHATTEN NICHT SITZEN</small>. Selbstverständlich!? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Dies bezieht sich auf den Halbschatten. –
ג מכלל דבצל קומתה אם ישב טמא לא דאפי' לצל קומתה נמי אם ישב טהור והא קמ"ל דאפילו לצל צילה לא ישב
3 Demnach wäre man unrein, wenn man im Schatten dieser selbst gesessen hat? – Nein, selbst wenn man unter dem Schatten dieser selbst gesessen hat, ist man ebenfalls rein, nur lehrt er, daß man nicht einmal im Halbschatten sitzen dürfe.
ד איכא דמתני לה אסיפא ואם ישב טהור פשיטא אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן לא נצרכא אלא לצל קומתה מכלל דלצל צילה אפילו לכתחלה ישב לא הא קמ"ל דאפילו לצל קומתה אם ישב טהור:
4 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Hat man gesessen, so ist man rein. Selbstverständlich!? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Dies bezieht sich auf den Schatten dieser selbst. – Demnach dürfte man sich unter den Halbschatten auch von vornherein hinsetzen!? – Nein, folgendes lehrt er uns: selbst wenn man unter dem Schatten dieser selbst gesessen hat, ist man rein.
ה ולא יעבור תחתיה ואם עבר טמא: מ"ט אי אפשר דליכא תקרובת עבודת כוכבים
5 M<small>AN DARF UNTER DIESER NICHT VORÜBERGEHEN</small>, <small>IST MAN VORÜBERGEGANGEN</small>, <small>SO IST MAN UNREIN</small>. Weshalb? – Weil es nicht möglich ist, daß da keine Götzenspenden vorhanden sind. –
ו מני רבי יהודה בן בתירא היא דתניא רבי יהודה בן בתירא אומר מנין לתקרובת עבודת כוכבים שמטמאה באהל שנאמר (תהלים קו, כח) ויצמדו לבעל פעור ויאכלו זבחי מתים מה מת מטמא באהל אף תקרובת עבודת כוכבים מטמא באהל:
6 Nach wessen Ansicht? –Nach der des R. Jehuda b. Bethera, denn es wird gelehrt: R. Jehuda b. Bethera sagte: Woher, daß die Götzenspende durch Bezeltung verunreinigend ist? Es heißt: <i>sie schlossen sich dem Baa͑l Peo͑r an und aßen von Totenopfern</i>; wie ein Toter durch Bezeltung verunreinigend ist, ebenso ist auch die Götzenspende durch Bezeltung verunreinigend.
ז היתה גוזלת את הרבים ועבר תחתיה טהור: איבעיא להו עבר או עובר רבי יצחק בן אלעזר משמיה דחזקיה אמר עובר ורבי יוחנן אמר אם עבר
7 W<small>ENN SIE DAS</small> P<small>UBLIKUM BEEINTRÄCHTIGT UND MAN VORÜBERGEGANGEN IST</small>, <small>SO IST MAN REIN</small>. Sie fragten: Vorübergegangen ist, oder: vorübergeht? R. Jiçḥaq b. Elea͑zar sagt im Namen Ḥizqijas: vorübergeht; R. Joḥanan sagt: vorübergegangen ist.
ח ולא פליגי הא דאיכא דירכא אחרינא הא דליכא דירכא אחרינא
8 Sie streiten jedoch nicht; einer spricht von dem Falle, wenn ein anderer Weg vorhanden ist, und einer von dem Falle, wenn kein anderer Weg vorhanden ist.
ט א"ל רב ששת לשמעיה כי מטית להתם ארהיטני היכי דמי אי דליכא דירכא אחרינא ל"ל ארהיטני מישרא שרי ואי דאיכא דירכא אחרינא כי אמר ארהיטני מי שרי
9 R. Šešeth sprach zu seinem Diener: Wenn du da herankommst, führe mich schnell vorüber. – In welchem Falle: ist kein anderer Weg vorhanden, so ist es ja erlaubt, wozu schnell vorüberführen, und ist ein anderer Weg vorhanden, so ist es ja auch schnell nicht erlaubt!? –
י לעולם דליכא דירכא אחרינא ואדם חשוב שאני:
10 Tatsächlich war da kein anderer Weg vorhanden, nur ist es bei einem bedeutenden Manne anders.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> זורעין תחתיה ירקות בימות הגשמים אבל לא בימות החמה והחזירין לא בימות החמ' ולא בימות הגשמים ר' יוסי אומר אף לא ירקות בימות הגשמים מפני שהנביה נושרת עליהן והוה להן לזבל:
11 <b>M</b><small>AN DARF UNTER DIESER</small> G<small>RÜNKRAUT IN DER</small> R<small>EGENZEIT</small> <small>SÄEN</small>, <small>NICHT ABER IM</small> S<small>OMMER</small>; L<small>ATTICH ABER WEDER IM</small> S<small>OMMER NOCH IN DER</small> R<small>EGENZEIT</small>. R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>AUCH KEINE</small> K<small>RÄUTER IN DER</small> R<small>EGENZEIT</small>, <small>WEIL DAS</small> L<small>AUB AUF DIESE FÄLLT UND IHNEN ALS</small> D<small>UNG DIENT</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> למימרא דרבי יוסי סבר זה וזה גורם אסור ורבנן אמרי זה וזה גורם מותר
12 GEMARA. Demnach wäre R. Jose der Ansicht, wenn beide einwirken, sei es verboten, und die Rabbanan wären der Ansicht, wenn beide einwirken, sei es erlaubt,
יג הא איפכא שמעינן להו דתנן רבי יוסי אומר שוחק וזורה לרוח או מטיל לים אמרו לו אף היא נעשה זבל ונאמר (דברים יג, יח) לא ידבק בידך מאומה מן החרם
13 dagegen wissen wir ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind, denn wir haben gelernt: R. Jose sagt, man zerreibe sie und zerstreue sie in den Wind oder werfe sie ins Meer. Sie erwiderten ihm: Sie würden ja dann in Dung verwandelt werden, und es heißt: <i>nichts vom mit dem Banne Belegten soll an deiner Hand kleben bleiben</i>.
יד קשיא דרבנן אדרבנן קשיא דר' יוסי אדרבי יוסי
14 Somit befinden sich ja sowohl die Rabbanan als auch R. Jose mit sich selbst in einem Widerspruche!?
טו בשלמא דרבי יוסי אדרבי יוסי לא קשיא התם דקאזיל לאיבוד מתיר הכא דלא קאזיל לאיבוד אסור
15 Allerdings ist der Widerspruch, in dem R. Jose sich befindet, zu erklären, denn in jenem Falle, wo [der Götze] vernichtet wird, erlaubt er es, hierbei aber, wo er nicht vernichtet wird, erlaubt er es nicht,
טז אלא דרבנן אדרבנן קשיא איפוך
16 aber die Rabbanan befinden sich ja mit sich selbst in einem Widerspruche!? – Wende es um.
יז ואיבעית אימא לא תיפוך דר' יוסי כדשנין דרבנן כדאמר רב מרי בריה דרב כהנא מה שמשביח בעור פוגם בבשר
17 Wenn du aber willst, sage ich, tatsächlich wende man es nicht um, denn der Widerspruch R. Joses ist zu erklären, wie wir ihn bereits erklärt haben, und auch der Widerspruch der Rabbanan ist nach R. Mari, dem Sohne R. Kahanas, zu erklären, denn er sagte: was es an der Haut gewinnt, verliert es am Fleische,
יח הכא נמי מה שמשביח בנביה פוגם בצל
18 ebenso auch hierbei: was sie durch das Laub gewinnen, verlieren sie durch den Schatten. –
יט וסבר רבי יוסי זה וזה גורם אסור והתניא רבי יוסי אומר נוטעין יחור של ערלה ואין נוטעין אגוז של ערלה מפני שהוא פרי ואמר רב יהודה אמר רב מודה רבי יוסי שאם נטע והבריך והרכיב מותר
19 Ist R. Jose denn der Ansicht, wenn beide einwirken, sei es verboten, es wird ja gelehrt, R. Jose sagt, man darf ein Reis von Ungeweihtem pflanzen, nicht aber darf man eine Nuß von Ungeweihtem pflanzen, weil sie eine Frucht ist, und hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, R. Jose pflichte bei, daß, wenn man gepflanzt, gesenkt und gepfropft hat, [die Frucht] erlaubt sei.
כ ותניא נמי הכי מודה רבי יוסי
20 Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose pflichte bei,